Stephan Dreher

22. März 2026
Bürgermeisterkandidat für die Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen.

Voller Bus – starke Region!

Besser als sein Ruf: 
Der ÖPNV im Landkreis Birkenfeld. Von mir getestet und immer mehr genutzt.
Stellungnahme von Stephan Dreher, 
CDU-Gemeindeverband Herrstein-Rhaunen

Ich stimme dem offenen Beitrag von Timo Koch, Betreibers der Harfenmühle, ausdrücklich zu.

Er hat vollkommen recht: Das Ziel darf nicht heißen, „leere Busse zu vermeiden“, sondern mehr Menschen für den Bus zu gewinnen.
Die aktuelle Diskussion über mögliche Kürzungen im ÖPNV im Landkreis Birkenfeld geht in die falsche Richtung. Statt weiter über Fahrplanstreichungen zu reden, sollten wir überlegen, wie wir das bestehende Angebot attraktiver, verlässlicher und einfacher nutzbar machen können.
 
Das aktuelle ÖPNV-Konzept im Nationalparklandkreis gibt es erst seit wenigen Jahren. Wer ernsthaft erwartet, dass die Bürgerinnen und Bürger jetzt von heute auf morgen ihre Zweitwagen abschaffen und begeistert in den Bus steigen, verkennt die Realität.
Über Jahrzehnte, ja über Generationen hinweg, waren Familien in unserer Verbandsgemeinde auf mehrere Fahrzeuge pro Haushalt angewiesen, weil es schlicht keinen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr gab.
Diese Gewohnheiten ändern sich nicht über Nacht – das braucht Zeit, Geduld und Verlässlichkeit.
Einen guten, flächendeckenden ÖPNV zu nutzen, ist eine Frage der Gewöhnung und des Vertrauens. Dieses Vertrauen müssen wir aufbauen, nicht kaputt sparen.
 
Ich teile die Einschätzung von Timo Koch, dass Tourismus und Nahverkehr viel stärker zusammengedacht werden müssen. Unsere Region lebt von Gästen, die Natur und Nachhaltigkeit suchen – und viele von ihnen sind aus Städten Bus und Bahn gewohnt. Wenn sie dann hier vor Hürden stehen, weil der Rufbus nur telefonisch buchbar ist oder lange Wartezeiten entstehen, dann verlieren wir diese Chance.
Besonders unterstütze ich den Vorschlag, die Linien 890 und 899 sinnvoll zu verbinden. Damit ließe sich eine durchgehende Verbindung vom Bahnhof Weierbach/Fischbach über die Harfenmühle, Wildenburg, Herrstein und das Kupferbergwerk bis zum Erbeskopf schaffen – eine echte touristische Achse und ein Gewinn für Einheimische, Schüler und Besucher gleichermaßen.
 
Für mich ist klar: Mobilität ist keine Kostenstelle, sondern Daseinsvorsorge.
Ein funktionierender ÖPNV stärkt die Lebensqualität, verbindet Generationen und macht unseren ländlichen Raum zukunftsfähig. Wer hier vorschnell kürzt, spart kurzfristig Kilometer, verliert aber langfristig Vertrauen und Perspektive.
 
Wir sollten jetzt den Mut haben, weiter in einen modernen, nutzerfreundlichen Nahverkehr zu investieren – mit klaren Fahrplänen, digitaler Buchung, intelligenter Vernetzung und kreativen Finanzierungsmodellen, etwa durch touristische Beiträge oder Parkraummanagement an stark frequentierten Zielen.
 
Mein Ziel ist klar:
Nicht weniger Bus, sondern besserer Bus.
Nicht „keine leeren Busse mehr“, sondern „volle Busse – starke Region!“

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